Ärzte: Alterung und Fortschritt sind Kosten- und Prämientreiber


BERN - Den Prämienanstieg alleine mit den steigenden Gesundheitskosten zu erklären, sei falsch, sagen die Schweizer Ärzte. Zu den Kostentreibern gehörten die Alterung und der Fortschritt sowie das Bedürfnis der Bevölkerung nach hoher Qualität und guter Erreichbarkeit von Pflegeleistungen.

Mehr als vier von fünf Stimmberechtigten wünsche sich, dass jede Region über eine Klinik oder ein Spital verfügt mit den wichtigsten Leistungen in der Grundversorgung und für Notfalle. Diese repräsentative Umfrage des Spitalverbands H+ zeige: Die Bedürfnisse der Bevölkerung kosten etwas.

Ein weiterer Grund für den Kostenanstieg ist laut FMH die unterschiedliche Finanzierung im ambulanten und stationären Bereich. Dass heute Behandlungen vermehrt ambulant erbracht werden und nicht mehr stationär, senke zwar die Kosten, erhöhe aber die Prämien.

Die Rechnung ist einfach: Versicherte zahlen ambulante Behandlungen zu 100 Prozent, Spitalleistungen dagegen nur zu 45 Prozent. Den Rest übernehmen die Kantone. Somit wirken sich ambulante Leistungen stärker auf die Prämien aus als stationäre.

Die demografische Bevölkerungsentwicklung erhöhe den Bedarf an medizinischen Leistungen zusätzlich, schreibt die FMH. Dank des medizinischen Fortschritts kann heute Menschen geholfen werden, die früher nicht behandelt werden konnten. Laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) verursacht alleine dieser Faktor bis 2030 zusätzliche 4,2 Millionen Konsultationen pro Jahr.

Um den prognostizierten Kostenanstieg moderat zu halten, wollen die Ärzte laut eigenen Angaben beitragen. Künftig wolle man den Nutzen von medizinischen Leistungen stärker im Auge behalten. Dabei sollen Leistungen mit geringem Nutzen für den Patienten vermieden werden.

Auch mit dem Taxpunktwert für ambulante Leistungen im Unfall- und Krankenversicherungsbereich könne Einfluss genommen werden. Dieser ist laut der FMH in den vergangenen 13 Jahren kaum angestiegen.


24.09.2015 - SDA

News

Newsletter